Menschen und Kontext verstehen
Ziele, Bedürfnisse und Handeln hängen vom jeweiligen Kontext ab.
Gespräche, Beobachtungen und vorhandene Daten führen unterschiedliche Perspektiven zusammen. Neben geäußerten Wünschen zählen tatsächliche Verhaltensweisen, wiederkehrende Situationen und die Bedingungen, unter denen Menschen entscheiden und handeln. Abweichungen zwischen Erwartung und Alltag weisen auf Probleme hin, die sonst leicht übersehen werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Übergängen zwischen einzelnen Arbeitsschritten und den Situationen, in denen Menschen improvisieren, ausweichen oder zusätzliche Hilfsmittel nutzen. Gerade solche Abweichungen erklären häufig, warum ein formal schlüssiger Ablauf im Alltag dennoch nicht funktioniert.
Auch Unterschiede zwischen einzelnen Nutzergruppen werden berücksichtigt, sofern sie Zugang, Verständlichkeit oder Ablauf wesentlich verändern. Dabei werden nicht nur einzelne Berührungspunkte betrachtet, sondern auch die Beziehungen zwischen Menschen, Systemen und organisatorischen Abläufen. So lässt sich erkennen, ob ein Problem tatsächlich in der Gestaltung liegt oder durch fehlende Informationen, unklare Zuständigkeiten oder widersprüchliche Rahmenbedingungen entsteht.
Wiederkehrende Muster werden von Einzelfällen getrennt, ohne wichtige Ausnahmen vorschnell auszublenden. Gleichzeitig wird erkennbar, welche Annahmen bereits belegt sind, wo Informationen fehlen und welche Fragen gezielt untersucht werden müssen. So entsteht ein gemeinsames und belastbares Bild der Ausgangslage, an dem die weiteren Entscheidungen im Vorhaben überprüft werden können.